Pressemitteilung
Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Profit-Lobbyismus zerstört werden muss!
In Anlehnung an den römischen Feldherrn und Politiker Cato setzte Marco Bülow diese Aussage gerne an das Ende seiner Bundestagsreden und hielt damit der Politik den Spiegel vor. Nun ist er im Alter von nur 54 Jahren verstorben.
Bild: pixabay (michaelmep)
„Heute ist ein schwarzer Tag für Deutschland. Ich kann es noch gar nicht so richtig glauben,“ so der Vorsitzende der Ökologisch-Demokratischen Partei Sachsen Jens Gagelmann, erschüttert und fassungslos über den Tod Marco Bülows.
Mit nur 31 Jahren zog der gebürtige Dortmunder 2002 erstmals für die SPD in den Bundestag ein. Voller Tatendrang stürzte sich Bülow auf die Bereiche Umwelt und Energie und wollte die Welt verbessern. Im Laufe der Zeit lernte er jedoch die politischen Spielregeln über Lobbyismus und Korruption kennen. Er benannte die vorherrschenden Umstände später als „Profit-Lobbyismus“.
Marco Bülow kritisierte immer lauter die politischen Umstände und machte dabei auch vor den eigenen Reihen nicht Halt. Er ließ sich nicht einschüchtern und folgte immer seinem Gewissen. Damit war er einer der wenigen Bundestagsabgeordneten, die nach unserem Grundgesetz handelten. Denn stets betonte er, dass Abgeordnete nach Artikel 38 nur ihrem Gewissen unterworfen seien. Diese Hartnäckigkeit wurde durch die Bürger in seinem Wahlkreis geschätzt, denn insgesamt gewann er viermal seinen Wahlkreis in Dortmund direkt.
2018 ging Herr Bülow dann sogar so weit, dass er aus der SPD austrat und fortan als partei- und fraktionsloser Abgeordneter, später dann als Mitglied von „DIE PARTEI“, im Bundestag saß. Er gab damit nicht nur seine Karrierechancen in der SPD auf, sondern auch die Sicherheit, bei der nächsten Wahl wiedergewählt zu werden. Es ging ihm nie um sich, Macht oder Reichtum, sondern immer um die gerechte Sache.
Er kämpfte für Demokratie, Gerechtigkeit, Frieden, die Umwelt und so viele andere wichtige Themen. Er schrieb Bücher, startete die Initiative „Lobbyland“ und zeigte immer wieder, wie schön eine Welt ohne Profit-Lobbyismus sein könnte.
Mit Marco Bülow geht nicht nur ein Politiker, der für seine Ideale kämpfte, die Öffentlichkeit informierte und der Politik den Spiegel vorhielt. Es geht mit ihm auch eine gute Seele, die unzähligen Menschen Hoffnung gab und Mut machte. „Er war ein Vorbild für mich und sprach mir immer wieder aus dem Herzen“, so der Schatzmeister der Ökologisch-Demokratischen Partei Sachsen Jonas Bialon, als er vom Tod Bülows erfuhr. „Ich hätte ihn gerne persönlich kennengelernt. Wir hätten sicherlich wunderbare Gespräche führen können. Auf jeden Fall
danke ich dir für alles, was du für unsere Demokratie getan hast, Marco. Ruhe in Frieden.“

