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Das 9€-Ticket ist eine Fehlkonstruktion

Die ÖDP Sachsen kritisiert das 9€-Ticket als eine Ressourcenverschwendung und macht einen dauerhaft finanzierbaren Gegenvorschlag, der den öffentlichen Nahverkehr zu einer echten Alternative macht.

9€-Ticket ist eine Fehlkonstruktion

Die Ökologisch-Demokratische Partei Sachsen mischt sich kritisch in die Diskussion um eine Fortsetzung des 9€-Tickets ein. Sie sieht darin eine Ressourcenverschwendung und macht einen nachhaltig tragfähigen Gegenvorschlag.
„Das 9€-Ticket fühlt sich gut an und ist für viele Mitbürgerinnen und Mitbürger eine spürbare Entlastung“, sagt Markus Taubert, der den Arbeitskreis Mobilität der ÖDP Sachsen koordiniert und das Angebot selber nutzt: „Ich fahre damit aus Bequemlichkeit ab und zu in Dresden, ein paar Ausflüge in das Umland; alles Wege, die ich sonst mit dem Rad fahre.“ Aus ökologischer Sicht also kein Fortschritt. Auch sonst hält er das 9€ Ticket für eine Fehlkonstruktion. Es sei von Anfang an nicht als Verbesserung des Nahverkehrs ausgelegt gewesen, sondern ein einfallsloser Ausgleich zur noch verheerenderen Kraftstoffsubvention an den Tankstellen. Die investierten Milliarden hätten eine Modernisierung, Emissionsreduzierung und Qualitätsoffensive im Nahverkehr ermöglicht. So verpufft ihr Effekt vollständig und sofort am Ende der drei Monate.
Bereits im Landtagswahlkampf 2019 unterbreiteten die Ökodemokraten einen Gegenvorschlag und forderten „ein solidarisch finanziertes, obligatorisches SachsenAbo für den Nah- und Regionalverkehr Sachsens, das uns BürgerInnen das fahrscheinlose Nutzen öffentlicher Verkehrsmittel ermöglicht.“ Das Konzept unterscheidet sich vom 9€-Ticket insofern, dass es durch alle Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen finanziert wird und somit auch allen jederzeit zur Verfügung steht. Das ist eine wichtige psychologische Unterstützung beim Umstieg vom privaten Auto auf den öffentlichen Verkehr. Um die Benachteiligung des ländlichen Raums abzufedern, fordert die ÖDP einen Rechtsanspruch auf fußläufig erreichbaren Nahverkehr. Dazu sollen Kontingente für Bike- und Carsharing sowie Taxi- und Sammeltaxifahrten in das SachsenAbo integriert werden. Das Ziel ist eine höchstmögliche Flexibilität und Mobilität in allen Wohn- und Lebenslagen. „Die Menschen sollen nicht darüber nachdenken müssen, mit welchem Tarif sie am günstigsten unterwegs sind und ihre Zeit nicht mit dem Ticketkauf verschwenden“, ist Taubert überzeugt. In seiner Höhe muss sich der Abopreis an den Bereitstellungskosten des ÖPNV orientieren. Da das SachsenAbo jedoch solidarisch finanziert wird, ist es erheblich günstiger als jetzige Zeitkarten.
Ein weiterer Punkt ist Taubert wichtig: Das SachsenAbo soll nur in Sachsen gelten. „Das oberste Ziel der Mobilitätspolitik muss die Verkehrsvermeidung sein. Mobilität äußert sich nicht darin, wie viel wir unterwegs sind, sondern wie gut wir ans Ziel kommen. Wir müssen also verhindern, dass Menschen unnötig lange Wege fahren, weil es ja nicht mehr kostet. Ein bundesweit gültiges Ticket hilft dabei nicht.“ Noch besser fände er einen Gültigkeitsumkreis um den Wohnort. Dafür müsste aber der Flickenteppich aus Verkehrsverbünden aufgehoben werden; eine weitere Forderung der ÖDP Sachsen.

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