Im Jahr 2014 bestellte der VVO den Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) auf einer der ältesten Strecken Sachsens zwischen Döbeln Hbf und Meißen gegen den Widerstand und Protest der Bevölkerung ab, um Mittel für die Verstärkerzüge der S 1 zwischen Meißen Trieb. und Dresden Hbf. zu generieren. Die Kleinstädte Roßwein und Nossen wurden komplett vom SPNV ausgeschlossen und mit unbeliebten Busverbindungen abgespeist! Nun gibt es im Staatshaushalt Fördermittel für eine qualitativ bessere Wiederaufnahme des SPNV auf diesem Streckenabschnitt, um die ländlich geprägten Räume wieder zu stärken. Als der VVO in dieser Angelegenheit erneut auf die "Bremse trat", konnte ich in einem SäZ-Interview mit Redakteur Peter Anderson dazu Stellung beziehen und einige Hintergründe beleuchten.
Lesen Sie das Interview bei der Sächsischen Zeitung oder hier.

Neulich, in Rudolstadt, war der Kandidat mit Experten aus Umwelt und Landwirtschaft im Gespräch.

Steffen Förster mit Kuh- und Bienenhandpuppe
Steffen Förster im Gespräch mit Experten.

Foto: Josepha Förster (jüngstes? ÖDP-Mitglied)

Förster: Was sind momentan Ihre Hauptsorgen in der Landwirtschaft?

Honigbiene: Ganz schlimm sind diese Neonikotinoide! Da sind schon so viele Kollegen jämmerlich dran gestorben. Mit diesen Mitteln wird die Pflanze zur Giftpflanze umgebaut und die Insekten, die den Nektar aus den Blüten nehmen wollen, also als Bestäuber arbeiten, gehen an dem Gift zugrunde. Nicht nur wir Arbeitsbienen, auch die vielen Wildbienen, alle Insekten, die so arbeiten. Neonikotinoide sind ein perfider Krieg gegen uns. Aber langfristig schaden sich die Menschen selbst dabei. In China müssen sie schon selbst bestäuben.

Milchkuh: Mein Bauer klagt über den Rückgang der Bodenfruchtbarkeit beim organisch gebundenen Kohlenstoff. Das ist ja  d e r Grundbaustein des Pflanzenwachstums.Wir sind ja ein integrierte, familiengeführte Hof, da kann der Chef Erntereste und Zwischensaaten aber auch Hofdünger unterpflügen, damit die Kohlenstoffbilanz stimmt. Das ist ganz schön arbeitsaufwendig. Aber die benachbarte große Agrar GmbH pflügt und eggt alles ganz sauber und der Ackerboden wird langsam zu "Asche" wie er sagt. Dann düngen sie chemisch wie blöd aber langfristig fehlt dem Pflanzenwachstum die Substanz!

Förster: Was halten Sie eigentlich von Veganern?

Honigbiene und Milchkuh: Interessieren uns nicht - die wollen ja auch nichts von uns.

Zerstörtes Potenzial in Sachsens Schienen

Grundlage eines attraktiven Schienen-Personen-Nahverkehrs (SPNV) als ökologisch günstigstem Nahverkehrsträger ist eine funktionierende Schieneninfrastruktur. Leider ist in Sachsen - historisch im europäischen Vergleich nach Belgien das Land mit den günstigsten Parametern beim Schienennetz - seit 1990 ein massiver Abbau betrieben worden. In diesem Zeitraum sind ca. 1.050 km Eisenbahnverkehr auf Regelspurstrecken eigestellt bzw. davon inzwischen ein Großteil Schieneninfrastruktur abgebaut worden. Das entspricht ca. einem Drittel des sächsischen Eisenbahnnetzes von 1990. Von einem Eisenbahn n e t z, das Abfahrt und Ankunft auf die möglichst kürzeste Weise verbindet, kann inzwischen keine Rede mehr sein. Soll die Mobilitätswende in Sachsen gelingen, muss der Freistaat hier massive Unterstützung beim Wiederaufbau stillgelegter Strecken und der Nahverkehrsbestellung auf der Schiene leisten.
Als Sofortmaßnahmen mit Initialcharakter sind die Wiederaufnahme Leipzig-Dresden über Döbeln, Glauchau-Großbothen sowie Eibau-Seifhennersdorf anzugehen. Das sind nur erste Projekte als Startschuss!
Sachsen kann z. B. auch recht schnell wieder in den internationalen Fernverkehr West-Ost eingebunden werden, wenn die Linie Dresden-Breslau, die z. Z. wie Regionalverkehr behandelt wird(!), als Bestandteil einer Magistrale Nürnberg-Breslau entwickelt wird, sodass die Großstadt Chemnitz als Fernbahnhof wiederbelebt wird.
Die Zweckverkehrsverbände ÖPNV haben sich seit ihrem Bestehen 1998 nicht als Förderer des SPNV bewährt und gehören nach dem Vorbild anderer Bundesländer in einem Landes-Verkehrsverband zusammengeführt. Die berechtigten Interessen der Kommunen können durch Beiräte gewährleistet werden.

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