Es ist nicht der Eisbär! Es ist der Mensch, es sind unsere natürlichen Lebensgrundlagen.

Es gibt eine Phase, meist im Vorschul- und Grundschulalter, in der sich viele Kinder unglaublich für Dinosaurier interessieren: für imposante Tiere, die ausgestorben sind. Das Aussterben der Dinosaurier hatte unter anderem mit Klimawandel zu tun. Wenn es ums Aussterben geht, brauchen Kinder und Erwachsene eigentlich schon heute keinen Umweg über die Erdgeschichte mehr. Denn wir haben es heute wieder mit einem Massenaussterben zu tun. Auch das heutige Massenaussterben von Arten ist vom Klimawandel verursacht. Und dieser Klimawandel ist von uns Menschen gemacht: Seit etwa 200 Jahren verbrauchen wir das CO2 auf, das vor etwa 300 Millionen Jahren eingelagert wurde – als Kohle oder Erdöl.
Vor einigen Jahren schon waren viele von uns betroffen über Bilder von Eisbären auf kleinen Eisschollen, bedroht durch das Abschmelzen der Pole aufgrund des Klimawandels. Es geht aber längst nicht mehr um den Eisbären! Der globale Report zum Zustand der Natur, der auf der Pariser Artenschutzkonferenz Ende April beraten wurde, hat es gezeigt: Es geht um ein Massenaussterben von Tieren und Pflanzen. Dazu gehören Pflanzen, die etwa in der Medizin eine Rolle spielen können. Bei einem Aussterben derzeitigen Ausmaßes aber geht es nicht nur um einzelne nützliche Arten, sondern um den Zusammenbruch ganzer Ökosysteme. Das betrifft unter anderem den Boden: Wenn der Humusaufbau gefährdet ist, ist die Nahrungsgrundlage von Mensch, Tier und Pflanze bedroht. Mehr noch: Die Ökologie der Meere ist in Gefahr – mit überhaupt nicht absehbaren Folgen.
Den Eisbären können wir aus der Ferne bedauern. Der Bauer, die Bäuerin, die wegen steigenden Meeresspiegels das Land verlieren, deren Boden wegen Rückgang an Artenvielfalt an Fruchtbarkeit verliert – sie sind bald in unserer Nähe, als „Wirtschaftsflüchtlinge“. Ihre Flucht aber ist unmittelbare Folge unserer Art des Wirtschaftens. Unseres ökologischen Fußabdrucks. Wenn für Alle genug zum Leben da sein soll, gibt unser Planet pro Person etwa 1,5 Hektar Anbaufläche her. In Deutschland verbrauchen wir knapp 5 Hektar, weltweit 2,8. Wenn wir dies nicht ändern, ist nicht nur der Eisbär bedroht. Wenn wir dies nicht ändern, erleiden wir Menschen selbst das Schicksal der Dinosaurier.
Daher müssen wir den Dinosauriern dieser Welt Druck machen, dass die Logik des Wirtschaftswachstums enden muss. Diese Logik entspricht dem Verhalten der Krebszelle: Sie wächst und wächst und führt zum Tod. Wir Alle müssen unseren Lebensstil überdenken! Doch es gilt, Strukturen des Wachstumswahns aufzubrechen, die die Ursache für das Schwinden unserer natürlichen Lebensgrundlagen sind.
Daher treten wir als ÖDP für ein anderes Wirtschaftssystem ein: für Gemeinwohlökonomie, Postwachstumsstrategien, für „Weniger-ist-mehr“. Daher treten wir für eine Agrarwende ein: Wir wollen regionale Wirtschafts- und Stoffkreisläufe und den weitgehenden Verzicht von Giften in der Nahrungsmittelproduktion.
Vom Nobelpreisträger Albert Einstein stammt das Zitat: „Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“. Die Biene ist ein Symbol, genau wie der Eisbär. Die ÖDP hat mit dem „Bienen-Volksbegehren“ in Bayern großen Erfolg gehabt. Wir unterstützen die Bienen-Petition in Sachsen und ähnliche Initiativen in anderen Bundesländern. Und am Tag nach der Europawahl startete die von der ÖDP initiierte Europäische Bürgerinitiative „Rettet die Bienen“. Wir benutzen die Biene dabei bewusst als Symbol. Es geht uns aber nicht nur um die Biene! Es geht um den Erhalt von Ökosystemen, um ein Aufhalten des globalen Artensterbens. Es geht uns um eine andere Lebens- und Wirtschaftsweise.

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