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ÖDP Sachsen protestiert gegen Gleisrückbau in Glauchau

Der Landesverband Sachsen der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) kritisiert die Genehmigung des Gleisrückbaus in Glauchau. Wie kürzlich bekannt wurde soll ein Streckenkilometer zwischen Glauchau-Reinholdshain und der Autobahnbrücke abgebaut werden. Die Arbeiten haben bereits begonnen. Offenbar hat der private Eigentümer, der das Grundstück erst in den letzten Monaten kaufte, hierfür die notwendigen Genehmigungen erhalten, obwohl die gesamte Strecke unter Denkmalschutz steht. Auf Anfrage des ÖPV-Experten der ÖDP Sachsen, Daniel Micklisch, erklärte das Amt für Kreisentwicklung, Bauaufsicht und Denkmalschutz des Landratsamts Zwickau in Glauchau, der Rückbau sei notwendig, um die Strecke im Ganzen zu erhalten. Die Entscheidung sei bereits rechtskräftig.

Micklisch gibt zu bedenken, das die bis zum Eigentümerwechsel in Betrieb befindliche Bahnstrecken über Jahre von Ehrenamtlichen, die auf eine Reaktivierung hinarbeiten, frei gehalten wurde. So gab es bereits sondierende Gespräche mit einem nahen Betonwerk. In Einklang mit den Aktiven fordert die ÖDP Sachsen in ihrem Mobilitätskonzept einen „Stopp des Schieneninfrastruktur-rückbaus, sukzessive Reaktivierung sämtlicher stillgelegter Strecken sowie Lückenschluss im Schienennetz.“ Ziel sei es, die ausgelasteten Gleiskapazitäten durch die Einbeziehung stillgelegter Bestandsstrecken zu erhöhen. Dies sei geboten, wenn sowohl Güter- als auch Personenverkehr auf die Schiene verlagert werden sollen.

Insofern sei der Streckenrückbau in Glauchau ein schwerwiegender Schritt in die falsche Richtung, meint Micklisch. Der spätere Lückenschluss koste mehr als als der Eigentümer für die ganze Strecke gezahlt habe. Darüber hinaus sieht Micklisch wieder einmal die mobilitätspolitische Prioritätensetzung der Landesregierung enttarnt. Statt in eine leistungs- und zukunftsfähige Infrastruktur zu investieren, billige man in Dresden die Destrukturierung des Schienennetzes in ein Konglomerat aus Streckenabschnitten. Dringenden Handlungsbedarf bestehe daher ebenfalls auf
diesen Strecken:

  • Löbau – Herrnhut – Zittau
  • Döbeln – Nossen – Meißen
  • Nossen – Freiberg – Brand-Erbisdorf
  • Chemnitz – Pockau–Lengefeld – Marienberg – Neuhausen (bisher nur bis Olbernhau-Grünthal)
  • Eilenburg – Torgau – Pretzsch (Elbe) – Lutherstadt Wittenberg

Stellvertretend für die ÖDP fordert Micklisch auf diesen Strecken ein mindestens stündliches ÖPV-Angebot und eine bedarfsgerechte Infrastruktur für den Schienengüterverkehr.

18.05.2020
V.i.S.d.P. Markus Taubert


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