ödp - Ökologisch - Demokratische Partei Sachsen

Hintergründe



Die Deutschen aus den Ländern der früheren SU (Russland, Kasachstan, weitere Länder Mittelasiens, der Ukraine u.a.) blicken auf einen opfer- und entbehrungsreichen Lebensweg zurück. Aufgrund ihrer gelebten Zugehörigkeit zur deutschen Nationalität mussten sie vorallem während der Zeit des II. Weltkrieges und auch in den Nachkriegsjahren den Hass auf alles Deutsche auf dem Gebiet der UdSSR erfahren. Die Deportation im August 1941 war nur der Anfang, die nach Kriegsende bis 1956 währende Internierung in den abgelegenen Gebieten Kasachstans und Sibiriens war eine Folge des Umgangs mit nationalen Minderheiten in einem totalitärem System. Mehr als 350.000 Menschen deutscher Nationalität verstarben während der Deportation im August 1941 wegen Hunger, Erschöpfung und an Krankheiten oder wurden ganz einfach zurück gelassen.

Viele deutschstämmige Personen flohen beim Rückzaug der deutschen Wehrmacht vor der herannahenden Sowjetarmee auf das Territorium des damaligen Deutschen Reiches. Sie erhielten zum Großteil die Einbürgerung, wurden danach aber von der sowjetischen Seite repatriiert. Die sowjetische Seite wertete die Einbürgerung durch Deutschland als Menschenraub. Die Alliierten sperrten sich nicht gegen diese Auffassung. Anstelle der versprochenen neuen Häuser erwartete sie wiederum ein wochenlanger Transort an unbekanntes Ziel.

Seit Anfang der 90-er Jahre kehren die deutschstämmigen Familien auf Einladung der Deutschen Regierung (siehe dazu Pressekonferenz Bundeskanzler i.R. Helmut Kohl und M.S. Gorbatschow) in das Land ihrer Vorfahren zurück. Es wurde jedoch versäumt, die einheimische Bevölkerung auf die Aufnahme der Familien vorzubereiten. Viele Familienmitglieder, Nachkommen, die den Krieg selbst nicht erlebt hatten, sprachen kein Deutsch, Ehepartner, die anderen, als der deutschen Nationalität angehörten, waren ebenfalls der deutschen Sprache nicht mächtig. Bildungsdefizite machen es vielen Menschen auch heute nahezu unmöglich, die deutsche Sprache zu erlernen, wohl wissend, das eine Integration ohne ausreichende Sprachkenntnisse unmöglich ist. Die Ansiedlung der Ankommenden in Gebieten mit ohnehin hoher Arbeitslosigkeit schürten den sozialen Unfrieden, förderten den Besitzneid und führten letztendlich zur gegenwärtigen Situation, dass die deutschstämmigen Familien aus den Ländern der früheren SU vor allem in den neuen Bundesländern sich abemals ausgegrenzt, nicht gewollt und unnütz vorkommen. Die Ablehnung der russischen Sprache durch die Mehrzahl der einheimischen Bevölkerung, geschürt durch den Druck in der ehemaligen DDR zum Erlernen der Sprache der Besatzungsmacht, ist für die Neubürger ein weiteres Indiz für die geschilderte Situation.

Die Gesellschaft ist aufgefordert, den Druck und die Vorurteile gegenüber den Deutschstämmigen abzubauen und zu einem respektvollen Miteinander über zu gehen. Dazu bedarf es der Anstrengungen aller demokratischen Kräfte im Land über Parteigrenzen hinaus.

Walentina Stadler demonstriert im Januar 2008 vor dem Torgauer Rathaus gegen die andauernde Trennung von Ihrer Tochter und Ihrem einzigsten Enkelsohn, die auf Grund der Familientrennungspolitik der BR Deutschland� bereits länger als 4 Jahre� allein in Tadshikistan zurückgeblieben sind.